Energieausweis

logo_energieausweisEnergieausweis für Siedlungen – Version 2.0 _______________________________________________ _______________________________________________ „Der Posten „Siedlungsentwicklung“ im Gemeindebudget gewinnt angesichts der aktuellen Wirtschaftslage, der Umweltsituation, der Bevölkerungsentwicklung, der großen Baulandnachfrage in den zentraleren Regionen oder der steigenden Mobilitätskosten immer mehr an Bedeutung. Eine umfassende und gesamthafte Betrachtung aller finanziellen Aspekte der Siedlungsentwicklung ist daher ein empfehlenswerter Weg in der Planungspraxis. Der Energieausweis für Siedlungen ist dazu ein wertvolles Hilfsinstrument – nutzen auch Sie diese Anwendung für Ihre Gemeinde!“

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Der Energieausweis

Für Gebäude ist die Erstellung eines Energieausweises, ähnlich dem von Haushaltselektrogeräten, mittlerweile verpflichtend. Dieser ab 2006 EU-weit vorgeschriebene Energiepass soll den gesamten Energiehaushalt eines Gebäudes analysieren (Energieausweisvorlagegesetz EAVG am 3. August 2006 beschlossen / Umsetzung bis 1. Jänner 2008). Dabei ist man bemüht möglichst Kategorie „A“ zu erreichen, da die Wohnbauförderungen der Länder nach der Energieeffizienz gestaffelt sind.

„Passivhäuser“, „Nullenergiehäuser“ und „Ökohäuser“ sind die in diesem Zusammenhang häufig verwendeten Begriffe. Bei dem Bemühen, den Energieaufwand für Heizen und Warmwasseraufbereitung bei Gebäuden so gering wie möglich zu halten, wird meistens deren Kontext, also das gebaute Umfeld – die Siedlung, die Bebauungsform, die Erschließung – nicht berücksichtigt. Damit wird ebenfalls außer Acht gelassen, welcher Energieaufwand für die erforderliche Infrastruktur benötig wird, um dieses eine beim Energie-Ausweis betrachtete „Null-Energie-Haus“ tatsächlich bewohnbar zu machen.

Die Rede ist von technischer Ver- und Entsorgungsinfrastruktur, Verkehrs­infrastruktur, sozialer Infrastruktur, deren Zusammenspiel und Abhängig­keiten voneinander, Erstinvestition zum Errichten und laufender Betrieb.

Als „Bild“ dazu: Das Null-Energie-Haus am Waldesrand, ohne entsprechende infrastrukturelle Anbindung, kann energie-technisch nicht allein aufgrund seiner Wärmedurchgangs-Kennwerte als positiv beurteilt werden.

Ziel: Optimierung der Siedlungsstruktur, Reduzierung der Kosten

Für eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit von Erschließungskosten in den Gemeinden spielt die Standort- und Bebauungsplanung eine wichtige Rolle. Die kosteneffiziente Erschließung und Situierung von Baugebieten sind wesentliche Faktoren für Einsparungspotenziale. Damit eine energetische Optimierung eines Einzelobjekts möglich wird, sind Vorüberlegungen zu Grundstückslage, topo­graphischen Gegebenheiten, aber auch zur Beschattung und Nebelhäufigkeit anzustellen. Für eine nachhaltige energetische Betrachtung sind neben gebäuderelevanten Faktoren auch Fragen nach den Distanzen zum Arbeitsplatz, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten, sowie die Anbindung an den öffentlichen Verkehr entscheidend. Eine nachhaltige Bauland­erschließung bedeutet außerdem sowohl für die Gemeinde als auch für die einzelnen BauwerberInnen eine entsprechende finanzielle Entlastung.

Mithilfe des „Energieausweises für Siedlungen“ kann die Gesamtenergieeffizienz von Siedlungen dargestellt werden. Anhand der definierten Parameter können dann anhand einer Kategorisierung verschiedene Bebauungs­varianten an verschiedenen Standorten miteinander verglichen werden.

Ziel ist die gesamtheitliche Optimierung, nicht nur von Einzelobjekten, sondern von Siedlungseinheiten um eine kompakte Siedlung mit möglichst kurzen Wege und hoher Wohnqualität zu erreichen. Die Bereitschaft aber auch die Möglichkeit das eigene Haus bzw. die eigene Wohnung in einer energieeffizienten Siedlungseinheit zu errichten soll damit erhöht werden.

Nicht berücksichtigt werden beim „Energieausweis für Siedlungen“ all jene Parameter, die im Energieausweis für Einzelobjekte behandelt werden. Dies hat den Hintergrund, dass die Festlegungen im Bebauungsplan zum Großteil keinen Einfluss auf die im Energieausweis für Einzelobjekte beurteilten Parameter (z.B. Isolierung, Baumaterial, Fenster, …) haben. Es wird zudem angenommen, dass die Einzelobjekte in einer Weise errichtet werden, die die höchst mögliche Wohnbauförderung garantieren (Niedrig­energie­haus-Standard, Einsatz bauökologisch verträglicher Materialien, …).